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Enrico May
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| keine Mauer |
| Mauer von der Flußseite |
| Diese Bäume werden geopfert |
| So kann man dann den Fluß betrachten |
Initiative für einen bürgerfreundlichen Hochwasserschutz
Am 28.7.2010 gründete sich in Roßwein die Initiative für einen bürgerfreundlichen Hochwasserschutz, welche als Bürgerinitiative auf die Gefahren und Probleme aufmerksam machen möchte, welche der Bau der Hochwasserschutzmauer in der geplanten Form mit sich bringt.
Die Initiative setzt sich überwiegend aus Anwohnern der vom Hochwasser betroffenen Straßen zusammen, welche das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Projektes Flutmauer kritisieren.
Der relativ geringe Schutz durch die Mauer vor einem Hochwasser wie 1954 ( HQ 50, abzulesen an der Flutsäule) steht in keinem Verhältnis zu den 3-5-jährigen Baumaßnahmen, welche mit Schmutz, jahrelangen Lärmbelästigungen und Bauschäden für die Gebäude an der Mulde einhergehen.
Das über 100 Bäume an der Mulde gefällt werden und die Wiederaufforstung zu großen Teilen außerhalb der Stadt Roßwein stattfindet, ist ein weiteres Argument gegen die Mauer.
„Für wenig Gegensicherung wird der Erholungswert der Muldenpromenade vernichtet,“ so Anwohner Lothar Grandke.
Die Bürgerinitiative fordert eine erneute Anwohnerbefragung zur Flutmauer, da die Pläne nun konkret geworden sind, die Erwartungen sich nicht erfüllt haben und sich die Situation damit verändert hat. Ohne eine genaue Kenntnis des Projektes, so die Mitglieder der Initiative, konnte man das Ausmaß und die Folgen bisher nicht abschätzen. Bei einer erneuten Befragung müssen die Vor- und Nachteile des Projektes neutral gegenübergestellt werden.
Infolge des Klimawandels ist künftig mit kurzen heftigen Unwettern zu rechnen, welche aber nicht unbedingt zum Muldenhochwasser führen müssen, wie der Starkregen im Juni 2008, bei dem Dresdner Straße und Querstraße überflutet wurden und sogar Mülltonnen, Pflastersteine und Gossendeckel weggespült wurden. Wie dieses Regenwasser dann in die Mulde abfließen soll, wenn da eine Mauer steht, ist nur unbefriedigend geklärt. Es müssen also noch Baumaßnahmen getroffen werden, welche dafür sorgen, daß das durch starken Regen entstehende Oberflächenwasser in die Mulde befördert wird.
Da die für das Flutmauerprojekt zuständige Talsperrenverwaltung das Problem des Regenwassers auf den Abwasserzweckverband abwälzt, befürchten Mitglieder der Bürgerinitiative, daß entstehende Kosten für den AZV auf die Bürger übertragen werden könnten.
Das Grundwasser soll mittels Pumpen über die Mauer gepumpt werden. Wenn die Talsperrenverwaltung diese Pumpen aber so wartet, wie sie sich bisher um den Fluß gekümmert hat, ist zu befürchten, daß die Pumpen im Ernstfall nicht funktionieren. Denn es liegen seit dem Hochwasser 2002 noch zahlreiche Felsbrocken und sogar Träger der eingestürzten Brücke an der Silberwäsche in der Mulde, während zum Beispiel innerstädtische Flutflächen im Uferbereich wie an der Mühlbrücke zusehends verkommen, da kein Gras mehr gemäht wird.
Die Bürgerinitiative unterstützt den Bau von Rückhaltebecken (wie bereits im Muldenoberlauf geplant) und die Schaffung von Flutflächen als ökologisch und wirtschaftlich wesentlich sinnvollere Alternative zum Einbetonieren der Flüsse.
Alle Bürger werden nochmals aufgefordert, sich das Projekt im Rathaus anzusehen und ihre Meinung und Eingaben an die Stadt Roßwein oder an die Talsperrenverwaltung zu schicken.
Am nächsten Mittwoch, den 4. August, trifft sich die IBH 18.00 Uhr wieder in der Gaststätte Altenburg in der Mittelstraße. Interessierte Bürger sind gern herzlich eingeladen.